• Funkensonntag

  • 1

Funken Sonntag

Früher nannten die Leute den Funkensonntag Altfasna(ch)t oder Altfasna(ch)t Sunntig.

Nach Dreikönig begannen die größten Schüler mit dem Funkozüho (Holzsammeln für den Funken). So lange es Schnee hatte, nahmen sie dazu einen Horner (Schlitten), sonst einen Leiterwagen. Damit möglichst viele Buben die schwere Last ziehen konnten, wurde vorne ein Seil mit fünf Querstäben befestigt. Die Kinder gingen damit an den schulfreien Nachmittagen durchs Dorf und riefen ihre Sprüchlein.

Schittr, Schollo, Stroh! Wird dr Funka hoh!
Stroh, Stroh – semmer froh! Alte Wiber nemmer oh

Sie bekamen von den Leuten Schittr (Holzscheiter), Buschla (Reisigbündel) oder Stroh für den Funken und Lumpa (Stoffreste) für die Hexe. An manchen Orten riefen sie zum Dank:

Eu sollen d``Küachle ufgo wia-na Kopfküsse!
Bekamen sie aber nicht´s, so riefen sie:
Eu sollen d`Küachle hocka blieba wie na verreckte Krot!

Früher war das Funkenbauen Buabasach (Angelegenheit der Burschen). Sie sammelten das Material für Funken, Hexe und Fackeln, bauten den Funken, entzündeten das Feuer, schwangen die Fackeln oder schossen Scheiben und sprangen am Schluss über die Glut des abgebrannten Funkens. Nacht´s wenn sie heimkamen gab´s noch Küachle (Küchlein).

... Jätz ist d`Zit zom Funkna ko.
Do müan ger all zemma stoh,
zom a Funka hoch und dtolz,
baut us dörram Schiterholz ...

Der Funken Sonntag symbolisiert die Vertreibung des Winters und findet jedes Jahr am Sonntag nach Aschermittwoch statt. Es wird aus Holz ein Funken gebaut und auf seiner Spitze ist eine Hexe. Die Hexe symbolisiert die Geister des Winters und des Eises. Durch das verbrennen des Funken und der Hexe soll neues Leben entstehen und der Frühling sich entfalten.

Mystischer Hintergrund des Funken-Sonntags ist auch (Durch die Kraft des Feuers - symbolisiert die Sonne) alte Dinge (Gewohnheiten, Krankheiten, Erinnerungen, Erlebnisse, ...) aus dem vergangenen Jahr loslassen und dadurch frei und gelöst den Frühling erleben und begrüßen.

Heimisches Gedicht vom Funken Sonntag und vom Küachle Essen

Funka Sonntig ischt,
gerals hockt am Tisch,
drof i großer Zahl,
Küachle vieler Zahl!
Alle grifan prächtig zu,
dr Täta, Mama und der Bua!
Zmol fochts lut a plära,
D´r Täta set: "Gingili was tuast,
Küachli sen gat gnuag!"
"T´s plära macht mi a,
wel i nömma ka!"