A M A S 2000 - Austrian Moderate Altitude study
(Österreichische Höhenstudie)
Die österreichische Höhenstudie
"AMAS 2000" beweist - Bergurlaub bringt Gesundheitseffekte:
Die Ökonomisierung des
Herz-Kreislauf-Verhaltens, Verbesserung der Blutzucker- und
Blutfettstoffwechselsituation, positive neuro-psychologische Effekte und
vieler mehr.
Gönnen Sie sich einen Bergurlaub -
Ihr Körper wird es Ihnen danken!
Weitere Informationen zur
Höhenstudie "AMAS 2000"
Wissenschaft beweist: Bergurlaub bringt
Gesundheitseffekte
Mit der in diesem Umfang und in dieser Art weltweit erstmaligen,
medizinischen Studie AMAS 2000 (Austrian Moderate Altitude Study) wurden im Herbst 1998
erste umfangreiche wissenschaftliche Nachweise für den gesundheitlichen Nutzen eines
Bergurlaubs erbracht.
Zahlreiche statistische Ergebnisse des Pilotprojekts liegen
bereits vor, die Trends sprechen deutlich für die positive Wirkung des Urlaubs in
moderaten Höhen auf Blutbild, Sauerstofftransport, Blutzucker- und Blutfettstoffwechsel,
Blutdruck- und Pulsverhalten, Gewicht sowie den mentalen Bereich.
Wechselwirkung Medizinwissenschaft Tourismus
60 Millionen Menschen zieht es jährlich in die Hochlagen der
Alpen, wo sie Wohlgefühl und Erholung finden. 80 % von Österreichs Sommergästen kommen
laut GBÖ 1998 (Gästebefragung Österreich) zum Wandern in die Alpenrepublik, 51 %
wandern sogar häufig.
Bisher gab es keine umfassende Antwort auf die Frage nach den
Ursachen der Erholungseffekte im Bergurlaub. AMAS 2000 bringt nun einerseits die
wissenschaftliche Begründung für die Sinnhaftigkeit des Bergurlaubs, andererseits ist
Österreich in seiner Kompetenz für die Urlaubsmedizin gefordert.
Der wissenschaftliche Leiter der Studie und des Forschungsteams,
der Vorarlberger Universitätsprofessor Dr. Egon Humpeler, zur Kooperation zwischen
Medizin und Tourismus: "Es ist ein großes Verdienst des Tourismus, ja zur Forschung
zu sagen und damit einen wichtigen Bereich der medizinischen Urlaubsforschung im Dienste
des Menschen in der Freizeitgesellschaft zu ermöglichen". Dieser Einsatz falle
zweifellos positiv auf den Tourismus zurück, denn er gebe diesem wissenschaftlich
fundierte Argumente für den gesunden Bergurlaub in die Hand.
Die Bezeichnung AMAS 2000 nimmt Bezug auf die Meereshöhe von 2000
m, bis zu welcher die Studien durchgeführt werden und das Fertigstellungsjahr 2000. AMAS
2000 wird finanziert vom Wirtschaftsministerium, der Österreich Werbung, den
touristischen Landesorganisationen Kärntens, Salzburgs, Tirols und Vorarlbergs sowie von
jenen Gemeinden, in welchen Studien stattfinden. Es handelt sich nicht um eine
Auftragsstudie, sondern um eine akademische Studie, bei der alle Wissenschafter auf ihre
Honorare verzichten.
Bis zu 200 Parameter gemessen
Nach der Genehmigung des Protokolls durch die Ethikkommission der
Universität Innsbruck startete das Projekt im Herbst 1998. An der dreiwöchigen
Pilotstudie beteiligten sich 22 männliche Probanden (in diesem ersten Teil der Studie
wurden aus statistischen Gründen nur männliche Probanden ausgewählt) zwischen 39 und 65
Jahren (Altersdurchschnitt 55 Jahre), die unter zivilisationsbedingten gesundheitlichen
Problemen ("Metabolisches Syndrom") wie Übergewicht, Bluthochdruck, zu hohen
Zucker- und Fettwerten im Blut usw. leiden. Sie wurden von der Medizinischen Klinik der
Universität Innsbruck im Raum Tirol ausgewählt und absolvierten einen üblichen
Bergurlaub mit Wanderungen zwischen 1.400 und 2000 Metern Seehöhe, Spaziergängen,
leichtem Sport und bei Normalkost. Bis zu 200 Parameter pro Proband und Untersuchungstag
wurden vor, während und nach dem Höhenaufenthalt gemessen. Die Auswertung erfolgt nach
streng wissenschaftlichen biostatischen Kriterien.
Auffallendste Ergebnisse teils statistisch gesichert, teils als
deutliche Trends nachgewiesen sind laut Univ.-Prof. Dr. Humpeler:
-
Die Ökonomisierung des Herz-Kreislauf-Verhaltens, vor allem dargestellt im
Blutdruck- und Pulsverhalten (es konnten bei einigen Probanden blutdrucksenkende
Medikamente verringert und sogar abgesetzt werden)
-
Verbesserung der Blutzucker- und Blutfettstoffwechselsituation
-
Interessante Veränderung anthropometrischer Daten: So kam es zu einer
durchschnittlichen Gewichtsabnahme von 2 kg (bei Normalkost), wobei die Abnahme im
Wesentlichen auf einer Abnahme der Körperfettmasse beruhte, Körperwasser und fettfreie
Körpermasse blieben unverändert.
-
Positive neuro-psychologische Effekte: deutlicher und anhaltender Rückgang der
subjektiven Beschwerden, Verbesserung der positiven Lebenseinstellung, die negative
Befindlichkeit geht zurück, die mittleren Reaktionszeiten sind anhaltend verbessert, die
Schlafqualität und auch die Schlafdauer sowie die Durchschlaffähigkeit haben deutlich
zugenommen.
Zunahme junger, roter Blutkörperchen, die bessere
Sauerstofftransportfähigkeiten besitzen, Abnahme von Substanzen, die thrombosefördernd
wirken (Fibrinogen).
Zusammenfassung: Zauberwort "milde Hypoxie"
Das Geheimnis des Erholungswertes beim Bergurlaub liegt, so die
Trends der Studie, in der Mobilisierung und Ökonomisierung der Kräfte durch den
menschlichen Organismus. Dieser registriert den geringen Partialdruck des Sauerstoffs
("milde Hypoxie") in Höhen zwischen 1.400 und 2.000 m und kurbelt seine
Aktivitäten kräftig an.
Dann folgt eine Drosselung dieser stärkeren Aktivitäten und
damit eine Ökonomisierung. Professor Humpeler vergleicht den Vorgang mit einem Motor.
"Zuerst dreht er auf, um voll auf Leistung zu kommen, dann aber am Ende eines
Höhenaufenthaltes läuft er ruhiger, mit niedrigerer Drehzahl, erbringt dabei aber die
gleiche oder sogar die bessere Leistung".
Der Körper reagiert dabei schon in der Reizhöhe von 1.400 bis
2.000 m, obwohl er ausreichend Sauerstoff hätte. Es bilden sich mehr junge, rote
Blutkörperchen, ohne dass deren Gesamtzahl steigt, das Blut bewahrt also seine normale
Konsistenz. Der Sauerstofftransport an die Zellen verbessert sich jedoch markant.
Dieser "Jungbrunneneffekt" ist rein höhenbedingt. Die
Höhe mobilisiert also körperliche Reserven und allein der Aufenthalt in der Höhe
bedeutet einen Trainingseffekt. Diese Mobilmachung der körperlichen Aktivitäten ist ein
Zusatzbonus, der eben den physiologischen Erholungswert ausmacht. Die Urlaubsdauer zur
Nutzung dieser gesundheitlichen Effekte ist mindestens drei Wochen.
Dazu kommt das Gesamterlebnis eines Aufenthalts und der Bewegung
in der Flora und Fauna der Bergwelt. Humpeler: "Drei wichtige Elemente gehören zum
Urlaub: Erholung, Fitness/Wellness und Erlebnis. Sie sind im Berg- und Wanderurlaub
enthalten".
Diese Studie hat auch deshalb große Bedeutung, weil ihre
Ergebnisse für weitere Studien unabdingbare Voraussetzung sind. Ihr folgen im Jahr 2000
die zur Komplettierung der wissenschaftlichen Erkenntnisse nötigen Vergleichsstudien in
Tal- und Höhenlagen.
Facts - AMAS 2000 (Austrian Moderate Altitude
Study), 1998 2000
"Einfluss von mittlerer Höhe auf Patienten mit
metabolischem Syndrom"
Patronanz: Universität Innsbruck und Österreichische
Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin.
Durchführende: Univ.-Prof. Dr. Egon Humpeler, Bregenz
(Gesamtleiter), Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Schobersberger (Universitätsklinik Innsbruck,
Projektleiter)
Wissenschaftlicher Beirat: A. Univ.-Prof. Dr. Monika
Lechleitner, A. Univ.-Prof. Dr. Fritz Hoppichler (beide Universitätsklinik Innsbruck),
Ass.-Prof. Dr. Holger Baumgartner (Inst. für biochemische Pharmakologie Innsbruck),
Univ.-Prof. Dr. Peter Schmid (Bad Schallerbach), Prim. Doz. Dr. H. Hörtnagel (Inst. für
Sport-Kreislaufmedizin, Innsbruck), PD Dr. Hanns-Christian Gunga (Institut für
Physiologie, Berlin), Dr. Anton Klingler (Labor für Theoretische Chirurgie, Innsbruck)
Sekretariat: Dr. Gebhard Riedmann, Bregenz
Finanzierung:
Wirtschaftsministerium, Österreich Werbung, Landestourismusorganisationen Kärnten, Salzburger Land, Tirol, Vorarlberg,
Pilotgemeinden
|